Studienfächer im Hotelmanagement Studium: Vorlesungen aus Hotellerie und Tourismus

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Die betriebswirtschaftlichen Grundlagenfächer haben wir ja ausführlich erklärt. Nun möchten wir dir einen Einblick geben, was sich hinter den Bezeichnungen der verschiedenen tourismus- und hotelspezifischen Studieninhalte verbirgt. Diese Fächer werden meist ab dem 3. Semester intensiver unterrichtet, einen Teil kann man auch als Schwerpunkt wählen.


Grundlagen des Hotelmanagements

Skript Grundlagen HotelmanagementZu Beginn sollte man erstmal die Basics erlernen. Dazu gehört, dass man erstmal definiert, was Hotelmanagement ist und die Hotellerie in den Gesamtbereich der Tourismuswirtschaft einordnet. Zudem werden die Fachbegriffe vermittelt. Was ist der Unterschied zwischen Hotellerie und Parahotellerie? Ab wann spricht man überhaupt von einem Hotel und nicht mehr von einem Gasthaus? Was sind die rechtlichen Grundlagen des Gastgewerbes in Deutschland? Wie teilt sich der Markt in Deutschland und weltweit auf? Diese und viele weitere Themen werden behandelt.


Destinationsmanagement

Skript DestinationsmanagementEine Destination ist ein Ziel(ort) touristischer Leistung, z.B. ein Urlaubshotel oder auch ein Urlaubsland. Unter dem Begriff Destinationsmanagement wird daher das Management und die Vermarktung touristischer Destinationen verstanden.

Beispiel: Ein Tourismuskonzern überlegt, ein neues Urlaubsland in seinen Katalog aufzunehmen. Die Aufgabe des Destinationsmanagements ist es nun, die Zusammenarbeit der touristischen Leistungsträger (z.B. Hotels oder Anbieter von Freizeitdienstleistungen) zu unterstützen und zu fördern und durch Kooperationen eine durchgehende Dienstleistungskette in der Destination herzustellen, die man dann als Urlaubsangebot vermarkten kann.


Tourismusmanagement

Skript TourismusmanagementDa die Hotellerie eng mit der Touristik verbunden ist, werden auch Inhalte aus diesem Fachbereich gelehrt. Dazu gehören die Grundlagen, wie Angebots- und Nachfragestrukturen im Tourismus, die Funktionsbereiche eines Reiseveranstalters oder das Wissen über das Management von Verkehrsunternehmen.


Messe-, Kongress- und Eventmanagement

Nach dem Hotelmanagement Studium muss man nicht zwingend in der Hotellerie arbeiten. Es gibt auch Jobs bei Messeveranstaltern oder im Eventmanagement. Zudem gibt es natürlich auch für in Hotels angestellte Manager viele Schnittstellen. Vor allem größere Hotels bieten meistens auch Tagungsräume an oder führen Events durch. In den entsprechenden Vorlesungen lernt man die Grundlagen in diesem Bereich kennen, von der Eventlogistik über die Budgetplanung und Organisation bis hin zu Sponsoring und Catering.


Business Travel Management

Ein großer Bereich innerhalb der Hotellerie sind die Geschäftsreisen. Jeden Tag fliegen Millionen Manager von A nach B, besuchen dort Tagungen oder Kunden und übernachten in Hotels. Für Unternehmen geht es darum, die entstehenden Kosten im Zuge einer Geschäftsreise zu minimieren. Hotels (vor allem Städtehotels) wiederum möchten ihre Zimmer werktags, wenn nicht so viele Touristen übernachten, mit möglichst vielen Geschäftsreisenden füllen. In den Vorlesungen lernt man daher die Besonderheiten des Geschäftsreisemanagements kennen und zu seinen Vorteilen zu nutzen.


Recht und Steuern im Tourismus

Natürlich gibt es auch rechtlich einiges zu bedenken im Tourismus- und Hotelgewerbe. In speziellen juristischen Vorlesungen lernt man, Rechtskonflikte bei Reiseveranstaltern, Reisevermittlern und/ oder Verkehrsträgern zu erkennen. Es wird einem quasi das Problembewusstsein und Grundlagenwissen vermittelt, um zu beurteilen, wann es erforderlich ist, den Rat des Juristen und Steuerberaters einzuholen. Zudem lernt man die Fachbegriffe kennen, damit man sich auch sinnvoll mit Juristen verständigen kann. Gleiches gilt für die steuerlichen Aspekte. Von der Hotelbetten- bis zur Umsatzsteuer lernt man das Fachwissen.


Tourismus-/ Hotelmarketing

Skript TourismusmarketingDie Grundlagen des „normalen“ Marketings lernt man ja bereits in den betriebswirtschaftlichen Fächern. Aber da sich das Tourismus- und Hotelmarketing gegenüber dem Sachgüter- bzw. Konsumgüter-Marketing durch zahlreiche Besonderheiten auszeichnet, gibt es auch spezielle Vorlesungen hierzu.

So geht man zum Beispiel auf Recommender Systems (Kundenbewertungssysteme) ein, denn natürlich spielt es heutzutage eine große Rolle, auf Bewertungsportalen bestmöglich bewertet zu werden und dadurch unentschiedene (potenzielle) Gäste zum Buchen zu animieren. Wie erreicht man seine Zielgruppe und wie sieht ein sinnvolles Marketingkonzept für ein Hotel aus? Diese Fragestellungen werden unter anderem behandelt.


Rooms Division Management

In diesen Vorlesungen geht es um die Bereiche Empfang inkl. Telefonzentrale, Guest Relation, Portiers und Nachtdienst sowie Housekeeping, Wäscherei, Reservierung und Technik. Kurzum: Um die Grundlagen der erfolgreichen Hotelorganisation.

Lehrinhalte sind unter anderem die Organisation, Planung und Kontrolle von Front Office, Etage und weiteren Servicebereichen innerhalb des Beherbergungsbereiches und die Frage nach Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Rooms Division Managers. Dazu gehört zum Beispiel die Analyse der Beherbergungsnachfrage und marktorientierte Angebots- und Preisgestaltung und das Kostenmanagement. Auch um die Guest Relations geht es, also das Beschwerde- und Gästemanagement.


Food and Beverage Management

Skript Food & Beverage ManagementWie fast alles, so hat auch die Organisation von Speisen und Getränken, also der Gastronomie, im Wirtschaftsumgang den englischen Namen verpasst bekommen. Zum Food and Beverage Management gehört die Organisation, Planung, Logistik und Durchführung aller Aktivitäten, die mit der Bewirtung eines Hotelgasts zu tun haben. Angefangen von der Verhandlung mit den Lieferanten bis zur Planung, dass immer genügend Weinflaschen jeglicher Sorten vorrätig sind.


Yield-Management & Pricing

Eines der wichtigsten Themen in der Hotellerie ist das Ertragsmanagement. Es geht hierbei darum, dass nicht die 100%ige Auslastung des Beherbergungsbetriebs, sondern die Erzielung des größtmöglichen Durchschnittsertrags pro Hotelzimmer im Mittelpunkt der Einnahmenoptimierung steht. Dahinter steckt der Leitsatz „Jedes Dienstleistungsangebot ist zu unterschiedlichen Zeiten für unterschiedliche Nachfrager unterschiedlich viel wert.“ Ein vereinfachtes Beispiel dafür: Wer sich ein halbes Jahr vorher überlegt, welches Hotel er für eine Übernachtung bei einer Messe bucht, hat mehr Zeit, nach dem besten Preis zu suchen. Wer zwei Tage vorher spontan noch ein Zimmer sucht, der legt weniger wert auf den günstigsten Preis, sondern darauf, überhaupt noch ein angemessenes Zimmer zu erhalten.

In diesen Vorlesungen lernt man, wie Yield-Management funktioniert, wie man es steuert und welche Tools es dafür gibt.


Weitere Inhalte möglich

Diese Studieninhalte des Hotelmanagement Studiums sind Beispiele. Aus Gründen der Erklärbarkeit haben wir manche Inhalte natürlich etwas verkürzt dargestellt. Zudem wirst du, je nach Hochschule, in den Studienplänen noch weitere hotelspezifische Fächer finden. Die oben aufgeführten Inhalte sind aber die wohl meistverbreiteten, daher haben wir sie ausführlicher beschrieben.

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