Uni, FH oder Hotelfachschule?

Wer im Bereich Hotelmanagement arbeiten möchte, dem steht eine Vielzahl an verschiedenen Wegen zum Traumberuf offen. Denn ein Hotelmanagement Studium wird von unterschiedlichen Institutionen angeboten, ob (Fach-)Hochschule, Institut oder Hotelfachschule. Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen, an denen du im Bereich Hotelmanagement studieren bzw. eine Ausbildung absolvieren kannst.

Uni, Fachhochschule, Hotelfachschule – was bedeuten die unterschiedlichen Bezeichnungen überhaupt und wo liegen die Unterschiede? Gibt es überhaupt Unterschiede? Ja, die gibt es: Jede Einrichtung hat ihre speziellen Eigenheiten und damit verbunden auch gewisse Vor- und Nachteile. Damit dir die Entscheidung für eine Lehranstalt leichter fällt, stellen wir dir die verschiedenen Einrichtungen im Folgenden genauer vor.

Hotelmanagement studieren: 
Uni oder Fachhochschule?

Universität

Wenn du gerne an einer Uni studieren möchtest, haben wir schlechte Nachrichten: An keiner staatlichen Universität kannst du momentan Hotelmanagement studieren. Das liegt wohl auch daran, dass im Hotelmanagement die Praxiserfahrungen sehr wichtig sind, Universitäten oftmals aber einen theoretischen Schwerpunkt haben. Die Dozenten an Universitäten kommen vor allem aus der Wissenschaft und nicht aus der Wirtschaft bzw. in diesem Fall aus der Hotelbranche. Das Hotelbusiness ist immer noch vor allem eine Ausbildungsbranche, praktische Erfahrung ist dabei unerlässlich und damit bietet sich die bekannte theoretische Lehrform der Unis für die Hotellerie nicht an.

Die gute Nachricht: Es gibt noch genug andere Hochschulen, Akademien und Fachschulen, die ein Hotelmanagement Studium anbieten!

(Fach-)Hochschulen

Im Gegensatz zu den Unis wird ein Hotelmanagement Studium von einigen (Fach-)Hochschulen angeboten. Dabei kann entweder der gesamte Studiengang auf den Bereich Hotelmanagement spezialisiert sein oder aber auch nur ein Studienschwerpunkt auf diese Branche vorbereiten.

Das Bachelor-Studium an einer Fachhochschule dauert im Schnitt drei bis dreieinhalb Jahre. Hier wird das Fachwissen aus der Hotellerie mit grundlegenden Wirtschaftskenntnissen und betriebswirtschaftlichem Know-how verknüpft. Der Unterschied zu einer Universität liegt bei Fachhochschulen vor allem im stärkeren Praxisbezug. Die Dozenten kommen zumeist aus dem jeweiligen Bereich, den sie lehren, und können die Studierenden so besser auf alltägliche Herausforderungen im späteren Job vorbereiten.

Zudem sind die Lerngruppen zumeist kleiner als an Unis, was den gemeinsamen Austausch zwischen Studierenden und Dozenten fördert. Praxisphasen oder ein Auslandssemester können im Studienplan eingebunden sein oder freiwillig absolviert werden, das hängt von der jeweiligen Hochschule ab.

Gut zu wissen: Es gibt immer weniger Fachhochschulen – und zwar, weil sich immer mehr Fachhochschulen in Hochschulen oder auch „University of Applied Sciences“ umbenennen. Damit wollen die Fachhochschulen die Annäherung an die Universitäten verdeutlichen, denn während es vor dem Bologna-Prozess (Umstellung der akademischen Abschlüsse auf Bachelor und Master) noch einen Unterschied im Abschluss gab (Diplom vs. FH-Diplom), fällt diese Unterscheidung mit dem Bachelorstudium weg.
Wundere dich also nicht, wenn du nur noch wenige „Fachhochschulen“ findest.

Durch die stark internationale Ausrichtung des Studiengangs integrieren die meisten Hochschulen mindestens eine Fremdsprache in das Studium. Während Englischkenntnisse schon vorhanden sein sollten und vielmehr im Studium vertieft werden, kann man oft noch eine weitere Fremdsprache erlernen: Typische Sprachkurse sind Französisch, Spanisch oder Italienisch, aber auch Chinesisch oder Arabisch werden manchmal angeboten.

Der klassische Weg an die (Fach-)Hochschule führt über die Hochschul- oder die Fachhochschulreife (Abitur oder Fachabitur). Die meisten Institute lassen allerdings auch Anwärter mit einem Berufsabschluss oder einer Fachausbildung zu.

An vielen Hochschulen ist auch ein duales Studium möglich, dafür gibt es auch spezielle duale Hochschulen. Einen Überblick, welche Hochschulen das Studium Hotelmanagement anbieten, findest du in unserer umfangreichen Hochschul-Datenbank.

Akademien

Ein Hotelmanagement Studium wird auch von vielen Akademien und Instituten angeboten. Eine Besonderheit dabei: der Abschluss. Manche Akademien vergeben „nur“ hochschulspezifische Abschlüsse (z. B. eigene Zertifikate und Diplome oder einen IHK-Abschluss), sodass du damit nicht unbedingt einen akademischen Abschluss hast. Das spielt vor allem dann eine Rolle, wenn du zum Beispiel noch einen Master machen möchtest, für den du in der Regel einen anerkannten Bachelor-Abschluss vorweisen musst.

Manche Hochschulen kooperieren allerdings mit staatlichen Hochschulen (z. B. mit der Hochschule Mittweida), an denen du dann deine Bachelorarbeit schreiben kannst und damit nach dem Studium einen anerkannten Bachelor of Arts (B. A.) hast. Andere Anbieter arbeiten mit einer ausländischen Universität oder einem College zusammen und bieten dadurch Bachelor-Studiengänge an. Angesichts dieser Vielzahl an unterschiedlichen Qualifikationen solltest du dir also schon vor Studienbeginn gut überlegen, was dein langfristiges Ziel ist, und welchen Abschluss du benötigst, um dieses zu erreichen.

Positiv bei einem Hotelmanagement Studium an einer Akademie: Die Seminargrößen sind oft ziemlich klein, sodass du einen besseren und intensiveren Kontakt zu Kommilitonen und Dozenten hast.
Allerdings fallen für das Studium an einer Akademie monatliche Studiengebühren an, sodass du dir im Vorfeld überlegen solltest, wie du dein Studium finanzieren kannst. Genauere Informationen findest du in unserem Artikel zur Studienfinanzierung.

Auch die Akademien fordern von ihren Bewerbern gewisse grundlegende Qualifikationen. Wer hier ein Studium beginnen möchte, sollte die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife mitbringen. Aber auch für Anwärter ohne höheren Schulabschluss bieten manche Akademien Möglichkeiten: sogenannte besonders befähigte Berufstätige können sich über das Bestehen der Hochschulzugangsprüfung für ein Studium qualifizieren. Weitere Infos findest du auch in unserem Artikel zum Studieren ohne Abitur.

Auch an den Akademien beträgt die Studienzeit in der Regel etwa sechs Semester (drei Jahre). Kooperiert die Akademie mit einer staatlichen Hochschule, werden die letzten beiden Semester an der Partnerhochschule verbracht, um dort die Bachelorarbeit zu schreiben. Viele Akademie-Studiengänge sind auch als duale Studiengänge konzipiert, sodass sich Theorie- und Praxisphasen in einem mehrmonatigen Rhythmus abwechseln.

Hotelfachschulen und Hotelschulen:
Alle Infos

Hotelfachschulen

In Deutschland gibt es zahlreiche Hotelfachschulen, die Ausbildungen anbieten. Hotelfachschulen sind staatliche oder privatwirtschaftliche Bildungsinstitutionen, die sich auf die Hotellerie spezialisiert haben. Die hier angebotenen Ausbildungen sind der nächste Schritt, nachdem man die Berufsausbildung, zum Beispiel zum Hotelfachmann/zur Hotelfachfrau, abgeschlossen hat. Vermittelt werden hier vor allem kaufmännische Fähigkeiten, welche die Absolventen auf zukünftige Führungsaufgaben in Hotels, Restaurants, in der Systemgastronomie oder zum Beispiel in der Zuliefererindustrie vorbereiten sollen.

Staatliche Hotelfachschulen sind durch öffentliche Gelder finanziert, die Ausbildung ist dementsprechend kostenlos. Bei den privaten Anbietern wird eine monatliche Ausbildungs-/Studiengebühr fällig. An Hotelfachschulen kann man staatlich anerkannte Abschlüsse wie z. B. den Staatlich geprüften Betriebswirt erreichen. Zudem kann man auch durch die abgeschlossene Ausbildung die Fachhochschulreife erlangen und danach Hotelmanagement studieren.

Um an einer Hotelfachschule eine Ausbildung absolvieren zu können, muss man den Realschulabschluss und eine passende Berufsausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorweisen können. Es gibt allerdings auch einige Hotelfachschulen, die eine langjährige relevante berufliche Erfahrung ohne Ausbildung als Qualifikation anerkennen, wenn der Bewerber alle anderen notwendigen Fähigkeiten mitbringt.

Die Ausbildung an der Hotelfachschule dauert in der Regel zwei Jahre auf Vollzeit und weist von allen Ausbildungsformen wohl die größte Praxisorientierung auf. Eine Ausbildung in einer Hotelfachschule eignet sich vor allem für die Interessenten und Bewerber, die das Hotelfach weniger von einer akademischen, sondern stärker von einer praktischen Seite angehen möchten.

Exkurs: Hotelschulen

Der Name klingt ähnlich wie die Hotelfachschulen, aber trotzdem handelt es sich um unterschiedliche Einrichtungen. Hotelschulen sind vielmehr Weiterbildungseinrichtungen, die sich auf die Hotel-, Gastronomie- und Tourismusbranche spezialisiert haben. Für den Besuch an einer Hotelschule wird oft eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt. Oft reicht allerdings auch eine langjährige relevante Berufserfahrung, sodass auch Hotellerie-Mitarbeiter ohne passende Berufsausbildung eine Möglichkeit haben, sich weiterzubilden oder umzuschulen.

Nähere Informationen finden Interessierte vor allem in den Rahmenplänen der IHK sowie beim zuständigen Arbeitsamt.

Teilnehmerin einer Weiterbildung streckt die Hand in die Luft, um sich für einen Wortbeitrag zu meldenWenn du dich für eine Weiterbildung im Bereich Hotellerie interessierst, findest du weitere Informationen in unserer Rubrik Weiterbildung.

Zu den Weiterbildungen

Fazit

Die Entscheidung, an welcher Einrichtung du Hotelmanagement studieren möchtest, hängt von vielen verschiedenen und persönlichen Faktoren ab: Möchtest du lieber mehr Praxis oder lieber mehr Theorie? Kannst du monatliche Studiengebühren finanzieren? Welche formalen Voraussetzungen kannst du vorweisen und mit welchem Ziel studierst du? Möchtest du ein Masterstudium anschließen? Dann solltest du beim Bachelorabschluss darauf achten, dass er staatlich anerkannt ist.

Du siehst also, eine pauschale Antwort, welche Einrichtung am besten für ein Hotelmanagement Studium ist, können wir dir nicht geben, denn es gibt einiges zu beachten bei der Wahl der passenden Schulform.

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